Erich Raken ist Autodidakt,…“ – so begann der Ankündigungstext für das erste öffentliche Konzert, im gemieteten Ibach-Saal in Düsseldorf, 1991.

Mutig! würden viele sagen… für Erich Raken gehörte es fortan dazu, seine eigenen Improvisationen zu Gehör zu bringen, ob im zum Konzertraum umgestalteten Wohnzimmer des Gutshauses in Belgien oder in anderen öffentlichen Räumen… eigene Solo-Auftritte oder Gemeinschafts-Konzerte mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erarbeiten und veranstalten, das gehörte fortan dazu – unkonventionell, frei… das war Erich´s Traum.

Inspirierend und prägend war er, Erich Raken, der so bescheiden war, sich nicht hervortat, „mit-spielte“ und begleitete, dabei in und mit seinen ureigenen Tönen, aus seinem tiefsten Inneren, seine Seelentönen spielte. „Seelensprache“, so bezeichnet es seine langjährige Künstlerfreundin Helene Ziebarth aus Düsseldorf, war es, die die Herzen der Zuhörer berührte und auch Musiker in neue Dimensionen führen konnte.

 

Nach Belgien kam die LPG-Halle in Pamitz, das Atelier…endlich! DER Raum, in dem seine beiden Flügel Platz fanden (außergewöhnlich für einen Konzertraum)…und mit den beiden Instrumenten, mit der Musik Eins werden – Eins sein… das konnte Erich Raken hier, 24 Stunden am Tag… und das tat er auch.

Es begann ein „anderes“ Leben – ein Traum – so hat Erich es formuliert… hier konnte er endlich das verwirklichen, was er sich die vielen Jahre gewünscht und vorgestellt hatte… in einem Raum für künstlerische Aktivitäten unterschiedlichster Art.

 

So baute er Verbindungen auf, lud Künstlerkollegen verschiedenster Disziplinen ein, öffnete diesen Raum…für Möglichkeiten… ob Malerei-Kurse, Gesang-Workshops, Healing-Events, Theater, Lesungen, Tanz, Kino, Vorträge, Treffpunkte, spontane Jam-Sessions und natürlich Konzerte, solo oder in Gemeinschaft, klassisch oder improvisiert, mit Profimusikern oder Laien, von Nah und Fern, aus ganz Europa, der Ukraine oder Übersee… wichtig war das Tun, die Mitteilung, das Miteinander, der Austausch, das Dasein… die Freude.

 

Die Liebe zur Musik und dieses Sein konnten wir als Familie täglich spüren… Bis zum Schluss spielte Erich an seinen Flügeln, ließ sich die Schwere seiner Krankheit nicht anmerken, war, wie eigentlich immer, wenn er musizierte, in anderen Sphären… eben “verbunden”… engelsgleich!

Wir erinnern uns in Liebe und Dankbarkeit an diese vielen bewegenden und inspirierenden Momente im Atelier-Pamitz.

Seine Familie, Freunde, musikalischen Begleiter und Unterstützer.

«Erich hat das gelebt und verwirklicht, was er sich immer gewünscht hat.»